Die Suche nach Geocaches
Die Schwierigkeit besteht nicht darin, die Umgebung des Cache zu finden. Dies ist mit moderner GNSS-Technologie kein Problem. Die GNSS-Genauigkeit beschränkt sich aber auf einige Meter. An Ort und Stelle beginnt also die eigentliche Suche. Die unmittelbare Umgebung muss nach möglichen Verstecken abgesucht werden. Gibt es einen Stromkasten oder ein Straßenschild, an dem der Cache befestigt sein könnte? Ist er in einer Skulptur oder unter einer Bank versteckt? Oft gibt es etliche Möglichkeiten, die untersucht werden müssen.
Hierin liegt die Schwierigkeit für Blinde. Das Versteck könnte zugeparkt sein, so dass Blinde dessen Existenz gar nicht mitbekommen. Befindet sich das Versteck höher, als man mit den Händen greifen kann, etwa auf einem Baum, haben Blinde so gut wie keine Chance. Natürlich können auch Blinde auf einen Baum klettern, aber sie müssten jeden Baum in der Umgebung erklettern und jeden Ast bis zum Ende verfolgen. Sehende hingegen können von vorn herein ganze Bäume oder Baumpartien ausschließen und gezielt mögliche Verstecke aufsuchen. Dennoch ist auch für Blinde ein selbstständiges Geocaching möglich.
Aussuchen blindengerechter Caches
Sehende nutzen die offizielle Geocaching App, um Caches zu filtern und deren Koordinaten direkt an Navigations-Apps zu senden. Diese ist jedoch leider nicht barrierefrei, weswegen wir mit der Website vorliebnehmen müssen.
Ortsabhängiges Filtern von Caches
Auf der Website Geocaching.comkann man sich kostenlos registrieren und bekommt so Zugang zur Weltweiten Datenbank mit über drei Millionen Caches. Eine Premium-Mitgliedschaft für €29,99 pro Jahr ist nicht erforderlich, bietet aber Zugang zu Caches, die Premiumstatus haben.
Die Website ist weitgehend zugänglich. Gibt man einen Ort oder eine Adresse in das Suchfeld ein, wird eine Tabelle mit Caches in der Umgebung angezeigt.
Neben dem Namen des Cache, der meist einen Bezug zur Örtlichkeit enthält, wird auch der Cache-Typ in der Tabelle angezeigt. Es gibt die Typen Traditional, Mystery und Multi. Traditional Caches oder Tradis sind die eingangs beschriebene Form von Behälter und Versteck. Mystery Caches sind mit Rätseln verbunden, die oft visueller Natur sind. Man muss etwa Zahlen auf einem Schild addieren oder die Fenster eines Hauses zählen, um die Zielkoordinaten zu erhalten. Multi Caches bestehen aus mehreren Stationen. Auch hier sind oft visuell orientierte Aufgaben zu lösen, um die Koordinaten der jeweils nächsten Station zu ermitteln.
In weiteren Spalten der Tabelle finden sich die Einstufungen von Schwierigkeitsgrad und Gelände. Beides wird auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet. Je geringer die Einstufung, desto größer die Chance, den Cache auch blind zu finden. Weiterhin wird die Größe des Behälters mit nano, micro, small, regular oder large angegeben. Hier gilt, je kleiner der Behälter, desto schwerer ist es, ihn zu finden.
Die Detailansicht
Mit einem Klick auf den Cache gelangt man zur Detailansicht. Hier findet sich außer den bereits in der Tabelle angezeigten Eigenschaften auch die Überschrift Geocache-Beschreibung. Darunter gibt es Informationen zur Örtlichkeit, zur Beschaffenheit des Cache oder eine besondere Aufgabenstellung.
Für jeden Cache werden außerdem Umgebungsattribute vergeben, die man unter der Überschrift Attribute findet. Diese sind gerade für blinde Geocacher aufschlussreich. Sie lauten etwa Rollstuhlgerecht, Hunde erlaubt, ÖPNV in der Nähe, Klettern erforderlich, Tauchen erforderlich. An Hand der Attribute lassen sich diejenigen Caches ausschließen, die die eigene körperliche Konstitution übersteigen oder mit hoher Wahrscheinlichkeit Sehvermögen erfordern.
Weiterhin gibt es für die meisten Caches einen verschlüsselten Hinweis, der sich aber mit einem Klick entschlüsseln lässt. Hier sind weitere, hilfreiche Infos hinterlegt.
Oft lohnt sich auch ein Blick in die Logbuch-Einträge. Die Cacher äußern sich hier darüber, wie leicht oder schwer ein Cache zu finden war oder was ihnen in seiner Umgebung aufgefallen ist.
Für die Detailansicht empfiehlt sich die Screen-Reader-Einstellung "einfaches Bildschirm-Layout", da dies die einzelnen Elemente übersichtlicher anordnet.